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Anthroposophie

Die Anthroposophie ist eine von Rudolf Steiner (1861–1925) begründete, mittlerweile weltweit vertretene Weltanschauung. Es finden sich darin Elemente verschiedener philosophischer und medizinischer Denkrichtungen aus Ost und West wieder.

Aus den griechischen Worten "anthropos" (Mensch) und "sophia" (Weisheit) zusammengesetzt heißt "Anthroposophie" wörtlich "Weisheit vom Menschen".

Steiner war der Ansicht, dass den Menschen neben dem physischen Leib auch Geist und Seele ausmacht, welche immer im Zusammenhang zu sehen seien.

Die Sichtweisen Steiners wirken bis heute auf unterschiedliche Lebensbereiche, in Kunst, Architektur, Pädagogik (Walldorf), Medizin Landwirtschaft (biologisch-dynamisch, Demeter), Soziales, Bewegungskunst (Eurythmie), Religion und Finanzwesen aus.

 

Die anthroposophische Medizin versteht sich als geisteswissenschaftliche Erweiterung der Schulmedizin. Seit ihrer Begründung 1920 hat sich die anthroposophische Medizin zu einem interdisziplinären Therapiesystem entwickelt. Die naturwissenschaftliche Schulmedizin bildet dabei die Basis, auf der die anthroposophische Medizin ihr Verständnis vom Mensch-Sein aufbaut.

 

Im Zentrum der anthroposophischen Medizin steht immer die Berücksichtigung des Zusammenhangs zwischen Umwelt, Leib, Seele und Geist.

Die Behandlung von Krankheiten soll die ursprüngliche, gesunde Harmonie zwischen diesen Faktoren wiederherstellen.

Zu diesem Zweck wird versucht, die Ursachen einer Erkrankung möglichst ganzheitlich zu erfassen. Die Therapie wird nicht nur durch die Diagnose bestimmt, sondern auch durch den Krankheitsverlauf, den Lebenslauf, das soziale Umfeld und die Persönlichkeit des Erkrankten.

Dafür stehen der anthroposophischen Medizin verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • naturbasierte, innerlich und äußerlich angewendeten anthroposophische Arzneimittel

  • Individuell zusammengestellte bio-dynamische Ernährung

  • Kreative künstlerische Therapieformen wie Malen, Modellieren, Singen Sprechen und besonders die Heileurythmie (Verbindung zwischen Bewegungsabläufen, Gebärden, Worten und Lauten)

  • Ausführliche Gespräche mit den behandelnden Therapeuten